Die Geschichte des Heiligen

Über das Leben des Heiligen Eustachius, des Schutzpatrons der Basilika, gibt es keine genauen Angaben. Es ist jedoch überliefert, dass Placido – so sein Name vor der Bekehrung – um die Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christi geboren wurde. Als adliger römischer Patrizier, der der Waffenkunst sehr zugewandt war, erreichte er im römischen Heer den hohen Grad des magister militum und wurde als solcher von Kaiser Trajan mit der Führung einer Legion betraut, die zu militärischen Operationen nach Kleinasien geschickt wurde, wo Placido sich durch heldenhaftes Verhalten auszeichnete. Der Legende nach sah Placido während eines Jagdausfluges im Geweih eines Hirsches ein Kreuz leuchten. Dies berührte ihn so tief, dass er sich zum Christentum bekehrte und mit ihm seine Ehefrau Teopista und seine Söhne Teopisto und Agapito. Die gesamte Familie empfing die Taufe und Placido nahm bei dieser Gelegenheit den Namen Eustachius an.

Verschiedene Legenden erzählen weiterhin, dass die Familie infolge ihrer Bekehrung zum Christentum vom Unglück heimgesucht wurde, so dass Eustachius schließlich alle seine Güter verlor und sich gezwungen sah, Rom zu verlassen. Er flüchtete nach Ägypten, wo ihm jedoch auch noch Frau und Kinder geraubt wurden.

Nachdem einige Jahre vergangen waren und die Machtprobleme in Kleinasien wieder aufflammten, ließ Kaiser Trajan den ehemaligen tapferen General suchen, damit er von neuem an der Spitze der römischen Milizen kämpfe. Eustachius nahm die militärische Führung wieder an sich und errang solch glänzende Siege, so dass er in Rom in Triumph empfangen wurde, wo er zu seiner großen Freude die verloren geglaubte Familie wiederfand.

Der Nachfolger Trajans jedoch, Kaiser Hadrian, befahl Eustachius als Reaktion auf die zahlreichen Anklagen gegen sein Christsein, den Göttern Roms ein Opfer zu bringen. Als dieser sich weigerte, verurteilte Hadrian ihn zusammen mit seiner Frau und seinen Söhnen zum Foltertod in einem glühend heißen Metallbehälter in Form eines Stieres.

Die sterblichen Überreste des Heiligen befinden sich noch heute in einem Sarkophag aus Porphyr unter dem Hauptaltar der Basilika, während Teile der Reliquien in der Pfarrkirche Saint–Eustache in Paris aufbewahrt werden. Der Gedenktag des Heiligen wird am 20. September gefeiert.

Quelle: Prospekt der Basilika Sant'Eustachio
Verfasser: Antonio Menegaldo und Vincenzo Francia



 

Sant’Ustacchio

Sto cervio co’sta croce e co’sta boria
Ch’edè? Babbao! ciazzeccherai dimani.
Viè qua, te lo dich’io: questa è ’na storia
Der tempo de l’aretichi pagani.
T’hai dunque da ficcà nella memoria
Ch’a li paesi lontani lontani
Sant’Ustacchio era un Re, Dio l’abb’in gloria,
Ch’annava a caccialepri co’ li cani.
Un giorno, tra li lepri ecco gli scappa
Un cervo maschio? Accusì poco tristo,
Che lui s’afigurò de fallo pappa.
Ma quanno a bruciapelo l’ebbe visto
Co’ quella croce in fronte e in d’una chiappa,
Lo lassò in pace, e vòrze crede a Cristo.

Story in Vers, im römischen Dialekt
Verfasser: Giuseppe Belli, 1831